Kläranlage Schönfeld

Im Rahmen der 2. Ausbaustufe bestand die Aufgabe darin, den kommunalen Anlagenteil von 26.434 EW auf 39.350 EW zu erweitern. Die Kläranlage Schönfeld gliedert sich in einen kommunalen und (papier-) industriellen Anlagenteil. Der kommunale Anlagenteil besteht verfahrenstechnisch aus einer vorgeschalteten Denitrifikationsanlage mit Vorklärbecken und anaerober Schlammbehandlung. Die industrielle Abwasserbehandlung besteht aus einer vorgeschalteten Hochlast-Festbettstufe und einer konventionellen Schwachlaststufe mit separaten Nachklärbecken. Die Schlammbehandlung erfolgt anaerob, gemeinsam mit den anfallenden kommunalen Schlämmen.

Eine wesentliche Randbedingung für die Planung war eine hydraulisch hohe Belastung der Kläranlage bei Mischwasserzuflüssen während der Schneeschmelze und bei länger anhaltendem Niederschlag. Diese Belastungszustände führten bislang zu nicht unerheblichen betrieblichen Problemen bezüglich der Einhaltung der Ablaufgrenzwerte.

Das Verhältnis Spitzenmischwasserzufluss/ -trockenwetterzufluss beträgt ca. 3:1. Besonders problematisch wirkt sich die hohe hydraulische Belastung auf den Sandfang, das Vorklär- und Nachklärbecken aus. Eine Erweiterung des Sandfanges wurde aus betrieblichen Gründen notwendig, der Neubau von Belebungsbeckenvolumen (2-Kaskade 3.600 m³, NKB 700 m²) resultierte aus einer Erhöhung der Zulauffracht.

Durch aqua consult wurde weiterhin vorgeschlagen, einen Bypass zur gezielten Mischwasserbehandlung zu errichten: bei Zuflüssen über 1.000 m³/h soll einen Teil des Zulaufstromes nicht wie üblich über das Vorklärbecken in die Belebungsbecken geleitet werden, sondern direkt vom Sandfang in die Beckeneinheit des neuen Nachklärbeckens.

Das vorgeschlagene Betriebsregime führte somit zu einer wesentlichen Entlastung der Anlage bei hydraulischen Spitzenbeaufschlagungen und berücksichtigt neue Erkenntnisse zum Thema Mischwasserbehandlung auf Kläranlagen. Zusätzlich konnte die Errichtung eines neuen Vorklärbeckens entfallen.

Kläranlage Schönfeld